5.
Zusammenfassung
In der vorliegenden Arbeit wurden Untersuchungen
zu GABA- und glycininduzierten Membranströmen an kultivierten Neuronen
aus dem Tectum opticum (E8) des embryonalen Hühnchens durchgeführt.
Tectumneurone weisen bereits zu einem frühen Kultivierungsstadium
funktionelle Rezeptoren für GABA und Glycin auf, die pharmakologisch
unterschieden werden können. Die wichtigsten Ergebnisse lassen sich
wie folgt zusammenfassen:
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Für Glycin wurden bei Zellen bis zum 4. Kulturtag
halbmaximale Membranströme (EC50) von ca. 160 µM
ermittelt. Im Verlauf der Kultivierung nahm die Rezeptoraffinität
der Zellen für Glycin signifikant um das Doppelte zu. Der EC50-Wert
lag für Zellen älter als 4 Tage bei ca. 70 µM.
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Für GABA konnte bis zu einem Kultivierungsalter
von 4 Wochen keine signifikante Veränderung der Rezeptoraffinität
festgestellt werden. Die EC50-Werte schwankten zwischen 10 und
30 µM.
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Das Umkehrpotential der GABA- und glycininduzierten
Membranströme änderte sich mit der Chloridkonzentration und war
mit dem Nernstpotential für Chloridionen identisch.
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Die Desensitivierungszeitkonstante tD
der GABA-Ströme korrelierte mit der verwendeten GABA-Konzentration.
Die Kenntnis von tD erlaubte somit eine Abschätzung der
korrespondierenden GABA-Konzentration.
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Die Hemmkonstante Ki (modifiziert
nach Cheng-Prusoff) für Strychnin an GABA-Strömen war ähnlich
hoch wie für Bicucullin (11 bzw. 3/µM).
Diese unspezifische Hemmung ist möglicherweise eine Eigenschaft des
optischen Systems. Dennoch war die Bindung von Strychnin an Glycin spezifischer
(Ki = 76 nM) als Bicucullin-Glycin (Ki = 190 µM).
Picrotoxin blockierte den offenen Chloridkanal des GABA- und Glycinrezeptors.
Die IC50-Werte betrugen 6 µM (bei 6,25 µM GABA)
und 37 µM (50 µM Glycin).
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Ein weiteres Indiz für getrennte GABA-
und Glycinrezeptoren war die unterschiedliche zeitliche Änderung der
Stromamplituden und ihre Beeinflussung durch PMA.
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Pentobarbital zeigte als schwacher GABA-Agonist
eine langsam mit der Konzentration zunehmende Eigenwirkung. Die modulatorische
Wirkung von Pentobarbital (Verstärkung des GABA-Stroms), nahm im Verlauf
der Perfusion ab.
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Durch Kainat konnten quantale postsynaptische
Ströme induziert werden, die GABA-spezifisch blockierbar waren. Gleichzeitig
wurden möglicherweise nichtquantale Ströme beobachtet, die offenbar
ebenfalls durch GABA (ca. 5 µM) induziert waren.